Der beste Pastis?

Zu gutem Petanque gehört ein ordentlicher Pastis. Doch welcher ist der Beste? Wir testen gerade die wichtigsten Marken.

  • Henri Bardouin, der älteste Pastis. Farbe pur: Weiß. Gesamtnote: Vielleicht etwas überbewertet
  • Pastis 51, der Milde. Farbe pur: Weiß. Gesamtnote: Es gibt bessere Pastis
  • Pernod aus Paris. Farbe pur: Gelb. Gesamtnote: Korrekt
  • Ricard, der Weltmarktführer. Farbe pur: Bernstein. Gesamtnote: In unserem Test hat er am besten geschmeckt. Hier gibt’s mehr über Ricard
  • Außer Konkurrenz: Ouzo Plomari. Eine Schande, dass man beim Griechen immer nur einen Ouzo pur aufs Haus kriegt, denn mit etwas Wasser entfaltet sich das Aroma erst wirklich. Farbe pur: Klar, Gesamtnote: Der preisgünstigste Anis-Schnaps in unserem Test, geht voll in Ordnung.

Ein Mann der tausend Leidenschaften

Angeblich gestaltete Paul Ricard sogar seine Werbeplakate selbst


Ein gut gemischter Ricard gehört zum Boule wie eine Mass Bier zum Oktoberfest. Doch wer war dieser Paul Ricard, dem der Pastis seinen Namen verdankt?

  • Er erfand den gleichnamigen Pastis, der heute in aller Welt getrunken wird
  • Er gründete das größte Petanque-Turnier aller Zeiten
  • Er baute eine Rennstrecke, auf der noch heute die Formel 1 startet

Diesem Mann haben wir viel zu verdanken: Paul Ricard (1909 – 1997) war „Der Mann der 1.000 Leidenschaften“, wie ihn die französische Tageszeitung La Provence ehrfürchtig nannte.

Schon als Jugendlicher tüftelte der Sohn eines Weinhändlers aus Marseille an einem Anislikör, der spannender schmecken sollte als die übrigen. Mit 17 hatte er das Rezept für seinen Pastis gefunden, der neben Anis auch Fenchel und Lakritze enthält. Um seinen Pastis zu verkaufen, zog Ricard durch die Bars und Bistros von Marseille, später auch Lyon und Paris. Kurz: Sein „Ricard“ wurde zum Riesenerfolg.

Ihm haben wir das größte Petanque-Turnier der Welt zu verdanken: Paul Ricard aus Marseille

Zusammen mit der Zeitung La Marseillaise rief Paul Ricard 1962 das größte Petanque-Turnier der Welt ins Leben, die Marseillaise à Pétanque. Heute nehmen über 10.000 Spieler an dem fünftägigen Turnier teil.

Ein weiteres Sport-Sponsoring war der Bau der Rennstrecke Circuit Paul Ricard in der Provence, wo heute noch Rennen der Formel 1 stattfinden. Doch auch geschäftlich blieb Paul Ricard erfolgreich: 1975 übernahm er den Rivalen Pernod und schuf damit den größten Pastis-Konzern der Welt.

Fotos (2) mit freundlicher Genehmigung der Pernod Ricard Deutschland GmbH, Köln

Hier erfährst du mehr über den Pastis des Paul Ricard

Noch immer Boule-Droge Nr. 1

Petanque und PastisEnde der 1920er Jahre begann Paul Ricard, Sohn eines Weinhändlers aus Marseille, die Produktion eines alkoholischen Anis-Getränks. Noch heute wird sein Pastis als Zielwasser und Stärkung auf dem Boule-Platz getrunken.

Paul Ricard, Erfinder des gleichnamigen Getränks. Foto: Pernod Ricard Deutschland GmbH, Köln


Aber: Ricard ist pur nicht zu genießen, er muss mit Wasser oder alkoholfreien Getränken gemischt werden. Bei der Zugabe des Wassers kommt es zum Louche-Effekt: Aus dem goldenen Pastis wird eine milchige, gelbliche Flüssigkeit.

In Südfrankreich, der Heimat des Petanque, wird der Pastis auch noch mit einem Schuss Sirup oder Likör angereichert, der einen weiteren Geschmack oder farbliche Akzente setzen soll.

Happy Hour an der Playa de Palma. Ein Ricard darf da nicht fehlen


Drei Tipps:

  • Bei der Mischung wird ein Teil Ricard mit 5 Teilen kaltem Wasser empfohlen
  • Erst das Wasser hinzugeben, danach einen oder zwei Eiswürfel. Puristen verzichten auf die Eiswürfel
  • Den Ricard niemals im Kühlschrank aufbewahren


Hier erfährst du mehr über Paul Ricard, den Erfinder des gleichnamigen Pastis