Boule an der Playa

Eine Fläche zum Boule-Spielen zu finden, dürfte auf Mallorca nicht sehr schwierig sein. Aber wir hatten besonderes Glück: Direkt neben unserem Hotel gab es einen Park mit drei Boule-Bahnen. (Höhe Balneario 10, neben dem Grupotel Acapulco Playa.) Die Bahnen waren aber so sandig wie der Strand, die Kugeln liefen überhaupt nicht. Aber an sowas gewöhnt man sich.

In dem kleinen Park lernten wir auch eine Gruppe der Evangelische Kirche der Balearen kennen, die hier am 2. und 4. Mittwoch des Monats spielen. Nach eigener Aussage hatten sie sich das Boule-Spielen selbst beigebracht, zu erkennen an der allgemeinen Unkenntnis der offiziellen Regeln und am Wurfstil, der dem Kegeln oder Eisstockschießen entlehnt war.

So verbrachten wir eine Woche mit Boule an der Playa, viel weiter sind wir nicht gekommen. Dabei wussten wir von Google, dass es auf Mallorca in fast jedem Ort einen Boule-Club gibt. Die meisten tragen das Wort „Petanca“ im Namen, wie unser Petanque auf Spanisch heißt.

Im Nordosten von Palma de Mallorca gibt es auch eine Städtische Boule-Anlage mit rund 70 Bahnen. Wir waren aber nicht dort, da uns die Ortsangabe nicht wirklich gefallen hat: Neben dem sozialen Brennpunkt Son Gotleu gelegen, wo Messerstechereien alltäglich sind, an einem Autobahndreieck und neben einem Fußballstadion, das gerade abgerissen wird.

Aber auch das ist Mallorca. Abseits der Touristenströme gibt es Armut, Fremdenhass und eine hohe Kriminalität. Ein besonderes Kapitel ist die Gitano-Siedlung Son Banya neben der Landebahn des Flughafens. Auf keinen Fall hinfahren, aber vielleicht ist dieser Ort bald schon abgerissen.

Stand: Dezember 2017