„Ich zeige dir Tricks, die in Frankreich nur 3 oder 4 Typen kennen!“

So schießt man einen „TGV“, das macht der „Hirtenhund“ und im Finale rettet alles „Die Qualle“. Aus 2014 stammt ein Film, den man als Petanque-Spieler unbedingt sehen sollte: Im französischen Original „Les Invincibles“, also „Die Unbesiegbaren“, bei uns „Eine ganz ruhige Kugel“.

Die Handlung: Der einzigartige Gerard Depardieu spielt den leicht asozialen „Jacky“, der den 40-jährigen Algerier „Momo“ zu einem unglaublichen Top-Spieler aufbaut. Danach geht es nur noch um Geld, Gangster und Katastrophen.

Wovon der kleine Vereinsspieler profitiert, sind die Trainingstipps oder mit welcher Einstellung man weiterkommt. Und ich denke an einen Vereinskameraden, der gerne sagt: „Hauptsache, es knallt schön“.

Fotos (2): Universum Spielfilm

Drei Fragen an den Arzt

Dr. Thomas Jolitz, Facharzt für Orthopädie in München. Foto: privat

Wie nützlich oder riskant ist Petanque aus ärztlicher Sicht? Einer der es wissen muss, ist Dr. med Thomas Jolitz, Facharzt für Orthopädie in München und aktiver Petanque-Spieler. In unserem Interview verweist der Mediziner auf eine Sünde, die fast jeder Petanque-Spieler begeht.

Zum Interview hier klicken

Wie die Seele siegt

Vor wenigen Tagen fiel mir das Buch „Minilektionen in Pétanque“ von Jürgen Beling, „Psychologie beim Boule“ in die Hände. Muss gestehen: Ich war schnell durch, viel konnte ich damit nicht anfangen, was auch an den Satzfehlern und holprigen Formulierungen lag. Verständlich, denn das Werk ist in einem Book-on-Demand Verlag erschienen, der die Texte seiner Autoren unlektoriert übernimmt und einen finanziellen Zuschuss zur Produktion verlangt.

Um hier keinen inkompetenten Verriss zu veröffentlichen, bat ich die Diplom-Psychologin Inge Rauch aus München um eine zweite Meinung. Inges Urteil ist mir besonders wichtig, da sie als aktive Petanque-Spielerin die Szene bestens kennt.

Ab hier Dipl-Psych Inge Rauch:

Das Buch beschäftigt sich vor allem mit dem mentalen Training im Petanque. Der Autor Jürgen Beling nutzt dazu das Gedankengut der Neurolinguistischen Programmierung, kurz NLP. So setzt er vor allem auf Affirmationen, also einfache und positiv formulierte Sätze. Laut oder leise wiederholt ausgesprochen, sollen sie das Unterbewusstsein mit neuen Anweisungen versorgen.

Mit Affirmationen lassen sich Blockaden lösen und festgefahrene Gedanken entfernen. Damit zählen sie zu den wirkungsvollen psychologischen Werkzeugen, die ohne zusätzliche Hilfsmittel unsere Fähigkeiten unterstützen und unser Verhalten positiv steuern.

Der Autor stellt noch weitere Praktiken aus der NLP vor, darunter Gedankenstopp oder Reframing. Wie diese Techniken speziell im Petanque wirkungsvoll eingesetzt werden können, erläutert dieses Buch. Zum Begriff der Affirmation hat mir der Satz „Ich gehe jedes Mal zur Kugel“ sehr viel gebracht und ich nutze diesen Rat immer öfter.

Jürgen Beling: „Minilektionen in Pétanque, Psychologie beim Boule“. Verlag Shaker-Media, 2010. ISBN 978-3-86858-416-5. Paperback, 124 Seiten, 14,90 Euro

Weitere Infos: http://minilektionen.beling-trier.de/

Das gefürchtete „Zwölferloch“

Passiert oft: Mannschaft A ballert wie blöd, liegt in Führung, uneinholbar. Aber dann: Bei 12 Punkten ist Schicht, nix geht mehr. Ab sofort liefert Mannschaft B Punkt um Punkt – und gewinnt das Spiel.

Ein Franzose aus der 1. Münchner Kugelwurfunion sagte einmal zu mir: „Bis 12:0 hinten werde ich nicht nervös.“ Was meinte er damit?

Kurz: Jeder kennt Spieler mit Vernichtungswillen, Killer-Instinkt, ohne Respekt vor den 11 oder 12 Punkten der anderen Mannschaft. So wie man auch Spieler mit Angst vor dem Sieg kennt, die bei 12 Punkten einbrechen – und verlieren.

Ganz nebenbei: Wenn eine Mannschaft mit 12:0 führt, aber dann mit 13:12 verliert, ist das ein „Technischer Fanny“, der genau so wie ein klassischer Fanny mit 13:0 bestraft wird!