Kugeln im Nachbarfeld – Aufheben oder nicht?

Auf der Homepage des Deutschen Petanque-Verbandes gibt’s auch Nachhilfe zur Regelkunde. So ging es jüngst um Kugeln, die in ein benachbartes Spielfeld rollen. Dazu der DPV:

„Es hat sich eingebürgert, Kugeln, die auf das bespielte Nachbarfeld geraten, zu markieren und aufzuheben, um das Spiel neben der eigenen Bahn nicht unnötig aufzuhalten, zu stören.“

Hierzu folgende Auslegung:

„Kugeln und/oder Zielkugeln, welche im Lauf einer Aufnahme auf ein Nachbarfeld gelangen und dort in einer gültigen Position liegenbleiben, können im gegenseitigen Einvernehmen vorübergehend entfernt werden, nachdem sie markiert worden sind.

Die eigene Aufnahme ist nun zu unterbrechen, bis die Aufnahme im Nachbarfeld beendet ist. Dann werden Kugeln und/oder Zielkugel an ihren ursprünglichen Platz zurückgelegt und die Aufnahme beendet.“

Begründung:

„Das Reglement beschreibt eindeutig, dass unter normalen Umständen das linke und das rechte Nachbarfeld kein verbotenes Gelände sind, also „mitspielen“. Geraten im Laufe einer Aufnahme Zielkugel oder Kugel dorthin, bleiben sie gültig und die Aufnahme wird fortgesetzt. Es darf jedoch das dort stattfindende Spiel nicht behindert werden. Eine der beiden Aufnahmen ist daher zu unterbrechen, während die andere Aufnahme zu Ende gespielt wird.

Idealerweise wird die Aufnahme zuerst beendet, die auf ihrem Spielgelände stattfindet und danach die Aufnahme, welche auf das Nachbarfeld gelangt ist. Damit aber Kugeln oder Zielkugel der einen Aufnahme nicht die andere Aufnahme behindern (weil sie zum Beispiel im Weg liegen) sollen diese entfernt werden können, ohne dass sie dadurch ungültig werden, da dies ein Nachteil für das betroffene Team sein kann.“

Weitere Infos: https://deutscher-petanque-verband.de

Wer legt vor?

Spiel, Revanche, Finale: So wird häufig und gerne gespielt. Doch wer legt in der Revanche vor, der Sieger oder der Verlierer aus der ersten Runde? Und wer im Finale?

Artikel 6 der offiziellen Petanque-Regeln legt den Spielbeginn verbindlich fest: „Die Spieler ermitteln durch das Los, welche der beiden Mannschaften das Spielgelände aussuchen darf und als Erste die Zielkugel wirft.“

Eine Revanche ist in den offiziellen Regeln aber nicht vorgesehen, da sie für Turniere mit einmaliger Wertung entwickelt wurden. Dazu Karlheinz Blau, Petanque-Schiedsrichter aus München: „Zu diesem Thema gibt es keinen Artikel in den Regeln. In dem Fall sind die Spieler der Begegnung gemeinsam die Jury und können die Regeln für die Begegnung festlegen.“

Offizielle Pétanque-Spielregeln. Anwendbar auf allen Gebieten der nationalen Verbände, die der F.I.P.J.P. angehören

Artikel 41 – Zusammensetzung und Entscheidungen der  Jury

(..) Die Jury besteht aus mindestens drei und höchstens fünf Mitgliedern. Die Entscheidungen der Jury, die in Anwendung dieses Artikels getroffen werden, sind unanfechtbar. Im Falle der Stimmengleichheit ist die Stimme des Vorsitzenden der Jury entscheidend.