Über Petanque

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Grüß Gott! Mein Name ist Bernhard Schoon und ich bin der Herausgeber dieser Homepage. Ich würde mich wirklich freuen, wenn du Anregungen, Fragen oder Kritik zum Boule oder Petanque hast.

Du triffst mich im Hofgarten in München oder sende eine Mail an Bernhard Schoon

P.S.: Hier findest du Fotos und Berichte über Boule und Petanque in München

Das Handy als Schiedsrichter

Gerade im AppStore entdeckt: „Le Boulometre“ berechnet den Abstand der Boule-Kugeln zur Sau und zeigt deren Rangfolge an. Die App ist für das iPhone und Android kostenlos erhältlich.

Nach dem Starten der App hält man das Smartphone über das Kugelbild und justiert die Ausrichtung. Im Foto markiert man die Sau und die nächsten Kugeln, und schon erscheint das Foto des Kugelbildes mit einer Nummerierung der Kugeln. Voila!

Daran sollte man sich aber gewöhnen: „Le Boulometre“ ist nur in der französischen Version erhältlich. Wie sich die App auf dem Boule-Platz bewährt, haben wir ausführlich getestet. Das Resultat vorweg: Auf dem Platz hat sich die App nicht bewährt. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Icons zur Bedienung sind relativ klein. Nun sind die meisten Boule-Spieler keine Jugendlichen mehr und tun sich bei der Navigation entsprechend schwer.
  • Der Mittelpunkt der Zielkugel und der Kugeln muss manuell justiert werden. Daraus ergibt sich eine Ungenauigkeit im Millimeterbereich, aber gerade darauf kommt es beim Nachmessen an.
  • Die Abstände der Kugeln zur Sau werden nicht mit einer Maßangabe angezeigt, sondern nur in der Rangfolge der Kugeln.

Boule an der Playa

Eine Fläche zum Boule-Spielen zu finden, dürfte auf Mallorca nicht sehr schwierig sein. Aber wir hatten besonderes Glück: Direkt neben unserem Hotel gab es einen Park mit drei Boule-Bahnen. (Höhe Balneario 10, neben dem Grupotel Acapulco Playa.) Die Bahnen waren aber so sandig wie der Strand, die Kugeln liefen überhaupt nicht. Aber an sowas gewöhnt man sich.

In dem kleinen Park lernten wir auch eine Gruppe der Evangelische Kirche der Balearen kennen, die hier am 2. und 4. Mittwoch des Monats spielen. Nach eigener Aussage hatten sie sich das Boule-Spielen selbst beigebracht, zu erkennen an der allgemeinen Unkenntnis der offiziellen Regeln und am Wurfstil, der dem Kegeln oder Eisstockschießen entlehnt war.

So verbrachten wir eine Woche mit Boule an der Playa, viel weiter sind wir nicht gekommen. Dabei wussten wir von Google, dass es auf Mallorca in fast jedem Ort einen Boule-Club gibt. Die meisten tragen das Wort „Petanca“ im Namen, wie unser Petanque auf Spanisch heißt.

Im Nordosten von Palma de Mallorca gibt es auch eine Städtische Boule-Anlage mit rund 70 Bahnen. Wir waren aber nicht dort, da uns die Ortsangabe nicht wirklich gefallen hat: Neben dem sozialen Brennpunkt Son Gotleu gelegen, wo Messerstechereien alltäglich sind, an einem Autobahndreieck und neben einem Fußballstadion, das gerade abgerissen wird.

Aber auch das ist Mallorca. Abseits der Touristenströme gibt es Armut, Fremdenhass und eine hohe Kriminalität. Ein besonderes Kapitel ist die Gitano-Siedlung Son Banya neben der Landebahn des Flughafens. Auf keinen Fall hinfahren, aber vielleicht ist dieser Ort bald schon abgerissen.

Stand: Dezember 2017

So lernt man Boule

Welche Kugel müsste zu einem passen? Wie trickst man einen Schießer aus? Wie organisiert man ein Boule-Turnier? Alle Antworten finden sich hier: „Das Boule-Spiel Pétanque“ von Martin Koch.

Das Werk gibt es schon lange, seit 2013 ist es in der 4. Ausgabe erhältlich. Wer selbst viel spielt, findet hier Anregungen und Tipps zum Training oder taktische Finessen. Dass Psychologie und Mentales den wirklichen Sieger ausmachen, wird mit mehreren Beispielen verdeutlicht.

Was man bemängeln könnte, sind häufige Satzfehler oder die etwas antiquierten, kleinen Fotos in Schwarzweiß. Wer aber einen umfassenden und kompetenten Praxisratgeber braucht, den stört das nicht wirklich.

Martin Koch: „Das Boule-Spiel Pétanque: Die Faszination der Eisenkugeln“. Weinmann Verlag, Berlin 2013. ISBN: 978-3878920786. Broschiert, 128 Seiten, 16,80 Euro

Homepage des Autors: http://www.boule-store.de/

Eine Anregung: Bestellt das Buch nicht über Versender mit fragwürdigen Geschäfts- und Steuerpraktiken, sondern über eure örtliche Buchhandlung. Geht genauso schnell, bis ihr es habt, und euer Geld bleibt im Ort.

Das gefürchtete „Zwölferloch“

Passiert oft: Mannschaft A ballert wie blöd, liegt in Führung, uneinholbar. Aber dann: Bei 12 Punkten ist Schicht, nix geht mehr. Ab sofort liefert Mannschaft B Punkt um Punkt – und gewinnt das Spiel.

Ein Franzose aus der 1. Münchner Kugelwurfunion sagte einmal zu mir: „Bis 12:0 hinten werde ich nicht nervös.“ Was meinte er damit?

Kurz: Jeder kennt Spieler mit Vernichtungswillen, Killer-Instinkt, ohne Respekt vor den 11 oder 12 Punkten der anderen Mannschaft. So wie man auch Spieler mit Angst vor dem Sieg kennt, die bei 12 Punkten einbrechen – und verlieren.

Was ist ein Boulodrome?

Meine Freundin Eva musste kürzlich im Hofgarten lauthals lachen, als ich das Wort „Boulodrome“ brachte. Wieso eigentlich?

Das Boulodrome im oberfränkischen Rehau, Kreis Hof


Ein Boulodrome ist eine abgegrenzte Boule-Fläche mit mindestens 4 x 15 m. Die Begrenzungen dienen als Auslinie. Solche Flächen findet man in Vaterstetten, Pullach oder Landsberg.

Das Gegenteil des Boulodrome ist ein „Terrain Libre“, also ein freies, nicht eingegrenztes Spielfeld. In München gehören dazu der Hofgarten oder die Floßlände.

Probleme mit dem Weltmarktführer

Der Marktanteil des französischen Herstellers Obut an den Turnierkugeln weltweit wird auf etwa 80 % geschätzt. Leider sind die beliebten Boule-Kugeln nur in wenigen Riffelungen erhältlich.

Eine Boule Bleue (l.) wurde nachlackiert, Frau D. hat signiert und Hellgrün kommt immer gut


Die Folge: Wenn mehrere Spieler mit Kugeln von Obut werfen, kann es schwierig werden, die Schützen klar zu unterscheiden.

Die Lösung: Man nehme Nagellack oder einen wasserfesten Edding und bemale die eigenen Kugeln so, dass man sie garantiert schnell erkennt. So einfach ist das.

Partien mit ungerader Spielerzahl

Zwei gegen zwei Spieler ist optimal: Jeder hat drei Kugeln und nur 3 Mitspieler. Aber es geht auch anders.

3 Spieler: Jeder spielt für sich, bis 13 Punkte erreicht sind

3 Spieler: Einer tritt mit 6 Kugeln gegen 2 Konkurrenten mit je 3 Kugeln an

3 Spieler: Einer tritt mit 4 Kugeln gegen 2 Konkurrenten mit je 2 Kugeln an

5 Spieler: Drei gegen zwei Spieler, jede Mannschaft hat 6 Kugeln

6 Spieler: Jeder Spieler hat 3 Kugeln, anders als beim regulären Triplette mit nur je 2 Kugeln

7 Spieler: Beim „Berliner“ spielen 4 Spieler gegen 3 mit je 8 Kugeln. Im Triplette haben zwei Spieler je 3 und einer 2 Kugeln.

Wie lange hält eine Boule-Kugel?

Allgemeine Antwort:

  • Welche Härte gibt der Hersteller an?
  • Wie häufig wird mit der Kugel geschossen?
  • Wie häufig wird die Kugel selbst geschossen?

Diese gegossene Bronzekugel aus Italien ist erst 6 Wochen alt, hat aber schon reichlich auf die Ohren gekriegt


Schießer bevozugen zumeist weiche Kugeln, die sich schneller abnutzen. Zuerst werden das Hersteller-Logo oder die Code-Nummer unleserlich. Ganz fleißige Schießer bringen einen Satz Kugeln in weniger als zwei Jahren „durch“.

Leger nehmen lieber harte Kugeln, die unverwüstlichen. Und die halten lange, sehr lange.